Was verrät das häufige Nasefassen im Gespräch wirklich?
Kennst du das auch? Du sitzt mit jemandem zusammen, und plötzlich sieht es so aus, als würde die Person ständig an der Nase herumspielen. Ganz ehrlich, es fällt sofort auf und lässt einen fragen: Was steckt dahinter? Ob bei der Arbeit, im Gespräch mit Freunden oder Familie – diese kleine Geste hat mehr Bedeutung, als man auf den ersten Blick vermutet. Psychologen zeigen, dass das Nasefassen kein reiner Zufall ist, sondern ein Schlüssel zu den unbewussten Gefühlen deines Gegenübers sein kann.
Warum greifen sich Menschen häufig an die Nase?
Unsere Mimik und Gestik sind richtige Profis darin, Stimmung und Gedanken zu verraten, auch wenn wir es nicht wollen. Das Nasefassen zählt zu den sogenannten Selbstberuhigungs- oder Beruhigungsgesten. Es hilft dabei, innere Anspannung abzubauen – genau wie wenn du dir selbst auf die Schulter klopfst, wenn du nervös bist.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Kundin berichtet, wie sie bei wichtigen Meetings immer wieder unbewusst an die Nase fasst. Das passiert, wenn das Herz schneller schlägt oder die Gedanken sich drehen. Das passiert oft, wenn jemand unsicher ist, vielleicht sogar beim Versuch, eine unangenehme Wahrheit zu verbergen.
Kann das Nasefassen auf Lügen hindeuten?
Die kurze Antwort: Nicht immer. Klar hast du sicher schon gehört, dass Nasefassen ein Zeichen von Unehrlichkeit sein soll. Ganz schlicht gesagt, liegt der Mythos darin, dass diese Geste „Lügen verrät“. Doch die Wissenschaft sieht das differenzierter. Das gelegentliche Berühren der Nase kann tatsächlich durch erhöhte Durchblutung bei Stress oder Aufregung entstehen – und das muss nicht unbedingt Lügen bedeuten. Stress kann auch durch Angst, Scham oder Unsicherheit ausgelöst werden.
Wenn dein Gesprächspartner allerdings sehr häufig an die Nase fasst und dazu noch andere Anzeichen von Unruhe zeigt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Achtung: Oft kombinieren wir solche Signale automatisch und deuten sie fix als Misstrauen – was nicht immer gerechtfertigt ist.
Welche anderen Gesten passen zum Nasefassen und was sie bedeuten
Es hilft, das Nasefassen im Zusammenhang mit der gesamten Körpersprache zu sehen. Hier eine kleine Übersicht, die dir beim Beobachten hilft:
- Arme verschränken: Man denkt schnell an Ablehnung oder Distanz, doch manchmal ist es einfach eine bequeme Haltung.
- Blickkontakt meiden: Das kann Schüchternheit, aber auch Desinteresse signalisieren.
- Händefalten oder Kinnreiben: Weist oft auf Nachdenklichkeit oder Selbstberuhigung hin.
- Häufiger Griff ans Ohrläppchen: Wird von Psychologen als eine Geste gesehen, die auf Unsicherheit oder sogar Ärger hinweist.
In meiner Praxis habe ich oft erlebt, wie Kundinnen durch das bewusste Beobachten ihrer eigenen und fremder Gesten, wie dem Nasefassen, klarer verstehen, wann sie wirklich angespannt sind und besser damit umgehen können.
Wie kann man besser mit den Signalen des Körpers umgehen?
Vielleicht hast du schon einmal bemerkt, dass du selbst in stressigen Momenten oft ins Gesicht greifst. Das ist kein Zufall. Es zeigt: Unser Körper versucht, sich zu regulieren. Mein Tipp? Versuche, solche Gesten nicht zu bewerten oder überinterpretieren. Sie sind oft nur ein Zeichen von Anspannung, nicht von Täuschung oder Ablehnung.
Eine einfache Übung ist, in Gesprächen bewusst auf deine eigenen Berührungen zu achten. Damit kannst du besser einschätzen, wann dir etwas unangenehm ist und vor allem, wie du deine Ruhe und Sicherheit fördern kannst.
7 praktische Tipps zur Umgang mit Körpersprache-Mythen im Alltag:
- Beobachte bewusst: Achte auf mehrere Signale, nicht nur auf die Nase.
- Vermeide Schnellurteile: Körpergesten haben oft viele Bedeutungen.
- Frage nach: Wenn dir etwas auffällt, sprich es freundlich an.
- Arbeite an deinem Selbstbewusstsein: Dadurch wirkt deine eigene Körpersprache sicherer.
- Nutze Entspannungstechniken: Mindful Breathing kann helfen, Stress und Beruhigungsbedürfnisse zu mindern.
- Lerne die Körpersprache besser kennen: So kannst du echte von eingebildeten Signalen unterscheiden.
- Übe Empathie: Erinnere dich daran, dass jeder mal nervös oder unsicher sein kann.